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Montag, 3. März 2014

Wie aus uns eine Familie wurde - der Heiratsantrag

Mein späterer Mann und ich waren seit zwei Jahren ein Paar, als er vorschlug, für ein Wochenende nach Wien zu fliegen. Er wusste, wie gern ich Österreich und die dort lebenden Leute mit ihrem putzigen Dialekt mag. 
(Tatsächlich höre ich ab und an österreichisches Webradio, wenn ich nicht gut drauf bin und werde sofort fröhlich, wenn ich Worte wie "Schmäh" und "Faschiertes" vernehme.)

Wir übernachteten in einem großen Hotel. Nach einem ausgiebigen Frühstück entdeckten wir die Stadt. Wir fuhren mit der rumpelnden Straßenbahn durch die vielen Bezirke und landeten irgendwann auf dem Prater.
Es war ein warmer, sonniger Tag im Mai. Ich trug einen braunen Rock, eine schwarze Strickjacke und Ballerinas. Hand in Hand schlenderten wir schließlich durch einen Park und setzten uns auf eine Bank in der Sonne. Im gleichen Moment, in dem mir einfiel, dass unser erstes Date zwei Jahre zuvor ebenfalls größtenteils auf einer Bank in der Sonne statt gefunden hatte, kniete er auch schon vor mir nieder und zauberte einen perfekten, weißgoldenen Ring hervor.  
Gut, ich muss zugeben, so ganz überrascht war ich nicht. Als ich am Flughafen etwas in seine Tasche packen wollte, reagierte er leicht hysterisch und schärfte mir ein, bloß ja nicht in die Tasche zu gucken. Ich hatte also so halbwegs eine Überraschung vermutet. Überwältigt war ich aber natürlich trotzdem. 
Nachdem ich ihm eine passende Antwort ("jaaaaaaaaaaaaaaaa") gegeben hatte, saßen wir zusammen auf unserer Bank in der Sonne. Irgendwo in der Ferne spielte jemand im Park Gitarre. 
Was aber nun tun, nachdem man beschlossen hat, zusammen in den Sonnenuntergang zu reiten?
"Ich hab da so ein bisschen Hunger!", merkte ich irgendwann an. 
"Hm. Ich auch!", so der spätere Gatte. 
Also gingen wir zu McDonalds. Ein anderes Restaurant fanden wr nicht auf unserem Weg zurück zum Hotel, doch das störte uns nicht. Wir himmelten uns vollkommen zufrieden gegenseitig über Burgern und Pommes an. Und begannen, unser kommendes, gemeinsames Leben zu planen.

Mittwoch, 25. September 2013

Wie aus uns eine Familie wurde - der Zusammenzug

Mein späterer Mann und ich verbrachten bald jede freie Minute zusammen. Dabei war es natürlich förderlich, dass er seine eigene Wohnung hatte. Ich fuhr quasi nur noch zum Schlafen nach Hause. Zum Geburtstag schenkten mir meine Freundinnen eine Kosmetiktasche mit Ersatzschminke, Zahnbürste und Haargummis. Diese konnte ich dann in seiner Wohnung deponieren, denn sonst hatte ich immer alles mitschleppen müssen. 
Als mein Mann diese Tasche das erste Mal sah, dachte er einen Moment nach. 
"Eigentlich", sagte er dann, "könnte ich dir auch im Schrank ein bisschen Platz frei machen."
(Einige Zeit später sollte ich zwei der drei Schränke komplett für mich beansprucht haben.)
"Klar", stimmte ich begeistert zu. So bindungswillig hatte ich bisher noch nie einen Mann erlebt und ich freute mich über jeden Schritt Richtung extrem feste Beziehung, den wir gingen. 
Nach einem halben Jahr hatten wir die Hin- und Herfahrerei dann satt. Dadurch blieb viel Zeit auf der Strecke und das wollten wir nicht mehr. Wir beschlossen also, offiziell zusammen zu ziehen. Viel änderte sich durch diesen Entschluss nicht - die meisten meiner Sachen waren mittlerweile in seiner Wohnung. Trotzdem gingen wir aufgeregt zusammen zur Meldestelle und machten Nägel mit Köpfen. Und dann waren wir gemeinsam auf seine Adresse eingetragen. Der erste richtige Schritt auf unserem Weg in eine Zukunft zu zweit.

Was danach kam? Oh, jede Menge. Ein wunderschöner Heiratsantrag und zwei Hochzeiten - einmal standesamtlich, einmal kirchlich. Zwei Kinder. Ein Haus. Aber das erzähle ich euch schon noch ;)

Dienstag, 21. Mai 2013

Wie aus uns eine Familie wurde - Das erste Date

Wie ihr ja wisst, haben mein Mann und ich uns in der Arbeit kennen gelernt. Irgendwann hatten wir beschlossen, uns zu einem Date zu treffen. 
Und ich war vorher sooo aufgeregt!!!
Geplant war ein nachmittäglicher Spaziergang mit der Option auf abendliches Kino und Essengehen. Bis zum letzten Moment, als ich am vereinbarten Treffpunkt um die Ecke bog, hatte ich mich gefragt: was, wenn er einfach nicht kommt? 
Doch da war er schon. Lächelte mich an. Und ich begann, mich zu entspannen. Vergessen war die ganze Unsicherheit, die turbulente Vergangenheit, die vielen Enttäuschungen, die ich vor ihm erlebt hatte. Das alles schien nicht mehr zu zählen. Statt in die Vergangenheit zu sehen und mich wiederholt zu fragen, was ich hätte anders machen können, um so manchen Schmerz zu vermeiden, blickte ich endlich nach vorne.

Aus dem Essengehen und dem Kino wurde nichts, denn wir blieben bis zum Abend im Park. Erst wanderten wir umher, erzählten uns aus unserem Leben, von unseren Freunden und Familien. Dann setzten wir uns auf eine Bank in der Sonne und redeten weiter. Er schien alles zu verstehen, was ich sagte und hörte mir stets aufmerksam zu. Ich fand ihn natürlich genauso interessant, wie er mich und wollte daher ebenfalls alles von ihm wissen. Es schien keine Themen zu geben, über die wir nicht sprechen konnten. Ich passte gar nicht auf, was ich sagte, ich ließ die Gedanken einfach raus. Ich fühlte mich sehr wohl bei ihm.  Wir merkten nicht, wie die Zeit verging und es war uns auch egal; obwohl wir von Menschen umringt waren, schien es doch irgendwie nur uns beide zu geben.

Am Ende dieses lauen Abends, als sich die Dunkelheit langsam über die Stadt senkte, brachte er mich noch nach Hause. Vor der Haustür verabschiedeten wir uns laaaaaange. Und er küsste mich zum ersten Mal. Ganz unschuldig, nicht fordernd. 
Aber doch so, dass ich erahnen konnte, dass es wohl nicht bei diesem einen Date bleiben würde. 

Montag, 20. Mai 2013

Wie aus uns eine Familie wurde - Intro

Ich hatte es bereits angekündigt, ich werde eine neue Serie beginnen. Manch einem von euch mag es aufgefallen sein, dass der letzte Teil der "How I Met Your Father"-Reihe keinerlei wirkliche Details auf den Liebeslauf zwischen meinem Mann und mir enthielt. Ja, das Finale war recht knapp gehalten.
Und das hatte seinen Grund!
In dieser neuen Serie möchte ich euch nun erzählen, wie sich unser Leben weiter entwickelt hat, als wir uns gefunden hatten. Wie wir dazu kamen, eine Familie zu gründen, umzuziehen, ein Haus zu kaufen. Ich hoffe, dieser Weg interessiert euch ein bisschen, ich hätte da nämlich noch jede Menge zu erzählen :)