Sonntag, 26. Januar 2014

Und aus der Versenkung meldet sich...

Ich komme zu wirklich gar nichts mehr. 
Morgens stehe ich meist noch vor fünf Uhr auf. Richte die Brotzeiten der Kinder her, frühstücke eine Kleinigkeit, ziehe mich an. Dann bereite ich das Frühstück der Jungs vor und erledige die ersten Dinge im Haushalt - Waschmaschine einschalten, Geschirrspüler ausräumen etc. 
Gegen sechs Uhr spätestens stehen die Jungs auf der Matte. Bis halb sieben wird gegessen und getrödelt, dann gehts nach oben zum Anziehen. 
Um sieben - oder ein paar Minuten danach - machen wir uns auf den Weg zum Kindergarten. Bis beide Kids ausgezogen sind, die Hausschuhe am jeweils richtigen Fuß stecken und ich sie in der Gruppe abgebe, ist es mindestens viertel nach sieben.
Weiter wird gehetzt, nun immer auf hohen Schuhen. Vorbei die Zeiten der mit frechen Sprüchen bunt bedruckten T-Shirts und Funktionsschuhe, die ich noch im Gast- oder Gaststättengewerbe trug. Nun sind sie wieder da, die Pumps, die eleganten Hosen und edlen Pullover. Na ja, edel ist hier wohl Auslegungssache - ich liebe die Mode von Esprit und mehr muss es für mich nicht sein. Sagen wir, ich pendle zwischen Esprit und H&M hin und her und kaufe immer dort, wo gerade reduziert wurde.

Jetzt ist es zwanzig vor acht. Ich laufe in der Arbeit ein, fahre mir durch die gestylten Haare, laufe die beiden Stockwerke nach oben und betrete mein Büro. Schön ist es hier, meine beiden Kollegen sind schon da und begrüßen mich freundlich. Ich mache mir einen Tee und setze mich zum ersten Mal seit gut drei Stunden wieder hin. 
Die folgenden vier Stunden vergehen wie im Flug. Ich bearbeite Anträge, gebe Vorgänge im Computer ein und antworte gut gelaunt lachend und entspannt auf Fragen nach meinen Kindern.
Auf dem Heimweg ist diese gute Laune dahin. Irgendjemand auf der Strecke meint wieder mal, langsamer fahren zu müssen als erlaubt und mein ganzer Zeitplan gerät ins Wanken. Nicht selten überhole ich mit meinem zwölf Jahre alten Ford Ka einen in unserer Region urlaubenden Audi oder Mercedes. Doch diese Kamikaze-Manöver gehören der Vergangenheit an, seit Freitag bin ich stolze Besitzerin eines neuen (na ja, neu für mich) Autos. Da klappt das mit dem Überholen nun auch etwas besser.

Halb eins! Ich laufe durch den Kindergarten und sammle meine Kinder wieder ein. Der Große springt mir auf den Arm, der Kleine will gar nicht weg. Ich warte, bis der Große sich angezogen hat und ziehe derweil den Kleinen an. Gegen dreizehn Uhr kommen wir dann wieder zu Hause an und natürlich schreien die Jungs sofort nach Nahrung. Ich zaubere ein schnelles Gericht, um die hungrigen Seelen zu füttern und mache dann mit dem Haushalt weiter. 

Abends falle ich nun oft todmüde ins Bett. Es ist ein anstrengendes Leben, das ich nun führe, denn ich befinde mich noch mitten in der Umstellungsphase. Noch habe ich irgendwie nicht den Eindruck, irgendwo richtig angekommen zu sein. Und doch geht es mir gut. Ich habe einen klasse Job, den ich jeden Tag gerne mache. Ich habe zwei klasse Kids, die sich im Kindergarten benehmen und bislang nicht den Eindruck machen, unter ihrer teilzeitarbeitenden Mama zu leiden. Doch für viel anderes bleibt einfach gerade keine Zeit mehr. Darum hoffe ich, ihr seht es mir nach, wenn es für den Moment hier ein bisschen stiller ist. 
Ich nehme mir auf jeden Fall fest vor, mich mindestens einmal die Woche zu melden. Und ich hätte soooo viel zu erzählen!! Ich hoffe, ihr könnt auf die Neuigkeiten noch ein bisschen warten!  

Sonntag, 5. Januar 2014

Was wurde eigentlich aus meinen Anti-Vorsätzen für 2013?

Im Dezember 2012 machte ich mir Gedanken über das Jahr 2013. Doch statt wie alle anderen Vorsätze zu fassen, waren es bei mir Anti-Vorsätze. Sprich: Dinge, die ich in 2013 nicht mehr tun wollte.

Hier noch einmal die Liste von damals:

  • keine Krankenhausaufenthalte, weder von uns noch von den Kindern
  • nie wieder sehen, wie ein Junge meinen Großen tritt, damit er vom drei Meter hohen Spielturm stürzt (!)
  • keine fünf Kilo abnehmen, um sie im Lauf des Jahres gemütlich wieder rauf zu futtern
  • keine Schrammen in mein Auto fahren
  • beim Rasenmähen kein Sommerröckchen tragen und 
  • beim Rasenmähen im Sommerröckchen nicht ausrutschen und der Nachbarschaft dadurch einen unfreiwilligen Blick auf die Unterwäsche bieten
  • keine Diätpläne machen. Das halte ich sowieso nicht lange durch.


So. Werfen wir nun einmal einen Blick darauf, ob und wie diese Anti-Vorsätze nun ein Jahr später umgesetzt worden sind.
  • Das mit dem Krankenhaus hat funktioniert: bis auf eine Bronchitis vom Großen waren wir alle vier relativ gesund.  
  • Der zweite Punkt mit dem Kindergarten...na ja. Getreten hat meinen Großen niemand mehr, dafür sind genügend andere Sachen vorgefallen. 
  • Punkt drei mit den fünf Kilo ist eine Sache für sich: da kann ich einen Erfolg verbuchen. Ich habe zwar ab- aber bislang nicht wieder zugenommen. 
  • Keine Schrammen in mein Auto fahren...nein. Hat leider nicht geklappt. Das heißt, in mein Auto eigentlich nicht, dafür aber in das Auto meines Mannes ;) 
  • Die beiden Rasenmäherpunkte kann ich abhaken: gemäht wurde nur in Hosen.
  • Diätpläne habe ich tatsächlich nicht gemacht, abgenommen aber trotzdem. Yes, ich habe das System überlistet! ;) 
An sich hat es also den Anschein, als hätte das mit den Anti-Vorsätzen ganz gut geklappt. Hm, sollte ich mir für dieses Jahr vielleicht noch mal überlegen.
 

Donnerstag, 2. Januar 2014

Wieder mal mehr als zu viel...

gibt es in diesem Post. Denn ich erzähle euch nun von unserem Weihnachten, wie wir Silvester gefeiert haben und was mein erster Arbeitstag heute gebracht hat. 

Weihnachten war dieses Jahr angenehm ruhig. Heiligabend war es frühlingshaft warm, also machten wir nachmittags einen ausgiebigen Weihnachtsspaziergang. Nach dem Abendessen war dann endlich die Bescherung. Für die Jungs gab es wie üblich viiiel zu viel. Eine Werkbank, einen Supermarkt, diverse Auto, Süßigkeiten, die uns bis zum nächsten Weihnachtsfest reichen werden und und und. 



Eulenkugel - adorable, oder?


Den 25. Dezember verbrachten wir dann bei der Familie meines Mannes, am 2. Weihnachtsfeiertag waren dann meine Eltern dran. 

An Silvester hatten wir dann abends Besuch von meinen Schwiegereltern. Ich hatte ein Raclette mit allem drum und dran vorbereitet. Wohl so an die fünf Stunden. Kommentar meines Schwiegervaters: "ich hätte lieber ein Schnitzel gehabt."
Nächstes Jahr kann er dann zu Hause bleiben.

Mein erster Arbeitstag heute war super! Kein Vergleich zum Stress im Hotel oder der Gastronomie. Ich freue mich richtig darauf, morgen wieder hinzugehen. Vormittags waren die Kinder bei ihrer Oma, nachmittags waren wir dann in der Bücherei und haben noch ein bisschen im Haushalt gewerkelt. Insgesamt betrachtet lief also alles super. Morgen gehts dann richtig los, heute habe ich bloß die Grundzüge gesehen. Ich bin gespannt!

Montag, 23. Dezember 2013

Kontrastprogramm

Wie habt ihr den heutigen Tag vor Weihnachten verbracht?

Erst hatte ich überlegt, noch mal mit den Kindern Plätzchen zu backen. Nachdem der weihnachtliche Hausputz aber schon gestern dran war und die Küche so ansprechend glänzte, wollte ich diese unnatürliche Sauberkeit nicht durch umherfliegende Mehlwolken und schmelzende Butterflocken entweihen. 
Ein Blick aus dem Fenster offenbarte strahlenden Sonnenschein. Bei geschätzten acht Grad plus. Also zog ich uns warm an und wir beschlossen, eine Runde über den weihnachtlich geschmückten Stadtplatz zu gehen. 

Einesteils finde ich es lustig, dass mir Menschen in Pullovern entgegen kommen - mitten im Dezember - auf der anderen Seite stimmt es mich ein wenig traurig, dass der Traum von der weißen Weihnacht auch dieses Jahr nicht in Erfüllung geht. Doch statt dem leise rieselnden Schnee hinterher zu trauern, erfreuen wir uns lieber an den Sonnenstrahlen. Wir gucken blinkende Tannenbäume in den Schaufenstern an und treffen viele Bekannte, die das gute Wetter ebenfalls ausnutzen. 
Der Höhepunkt ist nachmittags bei etwa zwölf Grad plus erreicht, als wir an einem Spielplatz vorbei kommen. Wir sind die einzigen dort, und so summe ich leise Weihnachtslieder vor mich hin, während ich den Kids zusehe, wie sie im Sand toben. Unvorstellbar, dass wir morgen um die Zeit schon ganz gespannt auf die Bescherung warten. Es kommt einem eher vor wie das Warten auf Ostern, bei diesen Temperaturen. Doch überall in den Fenstern ringsum blinken uns Sterne und Tannenzapfen entgegen. Nein, ich hab mich nicht geirrt, morgen ist wirklich Weihnachten. 

Ob ihr also Schnee habt, Regen oder Sonne - ich wünsche euch und euren Familien wundervolle Weihnachtstage! Viiiele Geschenke, brave Kinder, gutes (reichliches) Essen und ganz viel Zeit und Ruhe für eure Liebsten. So werde ich es auch halten. Besonders den Punkt mit dem Essen ;)

Dienstag, 17. Dezember 2013

Monster AG

Eines Tages wollte der Große plötzlich nicht mehr in den Keller gehen. Wo er es sonst immer spannend fand - dort werden unsere Marmeladegläser, alte Kinderautositze und Holz für den Holzofen aufbewahrt - behauptete er plötzlich, es gäbe Monster. Also ging ich mit ihm in den Keller, zeigte ihm alles, guckte mit ihm in jedes Eck und unter jeden Stapel und er gab sich damit zufrieden, dass es bei uns im Keller keine Monster gab. 
Ein paar Nächte später wollte er nicht mehr in seinem Bett schlafen. Da wären Monster in der Zimmerecke!
Der Große darf nicht unbeaufsichtigt fernsehen und auch nur Serien, die wir als Erwachsene für unbedenklich halten. Eine Serie über Monster war nicht dabei. 
Ich begann, ihn intensiv zu befragen, wie er auf die Idee mit den Monstern käme. Und natürlich, ein Junge, wegen dem er Anfang des Kindergartenjahres schon nicht mehr hingehen wollte, hatte ihm von den Monstern erzählt. Das die Monster im Keller wohnen würden und nachts in die Kinderzimmer schleichen würden. Der Große, sowieso ein absolute Sensibelchen, nahm sich die Geschichte zu Herzen und fürchtete sich fortan vor den Monstern (und dem Keller).
Ich überlegte, was ich tun könnte, um ihm diese Angst zu nehmen. Noch einmal machten wir einen Rundgang durch den Keller und fanden statt Monstern nun Gummibärchen in den Ecken. Diese hatte ich vorher dort hingelegt, um ihm zu zeigen, dass es im Keller durchaus nichts zu fürchten gab. Das sah er ein. 
Im Bett hat er nun neben seinem Schlafhasen einen "Beschütz-mich-Hasen". Angelehnt an Lauras Stern, wo Lauras Bruder einen Beschütz-mich-Hund hat, taufte ich nun das Schlaftier des Großen um und seitdem verscheucht der tapfere Hase sämtliche Monster, die sich ungefragt dem Bett nähern könnten. Nachts herrscht nun wieder Ruhe und der Spuk mit den Monstern scheint fürs Erste vorbei zu sein. Mal sehen, wie lange es dauert, bis dieser unsägliche Junge dem Großen den nächsten Floh ins Ohr setzt. 
Aber irgendwie werden wir auch damit fertig werden.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Listentum

 Die vergangenen Tage im Hause Lipstick waren geprägt von meinem neuen Job. Ich fange zwar erst im Januar dort an, trotzdem sind vorab einige Dinge zu erledigen. 

1. Ganz wichtig: der Kindergartenplatz für den Kleinen. Normalerweise wäre er erst nächstes Kindergartenjahr mit drei Jahren gegangen, doch da ich ab Januar zu arbeiten beginne, braucht er natürlich auch ab Januar einen Platz. Für ein paar Monate - bis er drei wird eben, was in den Sommerferien der Fall sein wird - kommt er nun zu einer hoffentlich lieben Erzieherin, wo er den Vormittag verbringen wird. 
Damit es soweit kommt, musste ich natürlich die üblichen Unterlagen zusammenstellen - Buchungsvertrag, Impfbestätigung, Untersuchungsheftchen - und alles im KiGa abgeben. Am Dienstag erfahren wir, in welche Gruppe er eingeteilt wird. Und dann darf er noch im Dezember einen Schnuppertag dort machen. Ich bin gespannt!

2. Fast genauso wichtig: eine passende Garderobe. Natürlich habe ich mir in den letzten Jahren ab und an ein edles Kleidungsstück gegönnt, doch der Alltag war eher der, dass ich bei H&M T-Shirts für drei und Röcke für vier Euro erworben habe. Jetzt im Büro darf es dann doch wieder etwas schicker sein. Cordrock und Stiefel, Pullunder, Longpullover...am Freitag machten mein Mann und ich eine Shoppingtour, ausnahmsweise ohne die Kinder. Es wird auch bei dieser Ausnahme bleiben, da der Kleine den Urgroßeltern wohl gehörig auf die Nerven gegangen ist. 

3. Gestern besuchte ich mit dem Großen meine Freundin in der Großstadt. Was passierte auf dem Heimweg!? Mein Wintermantel gab den Geist auf. Also bestelle ich mir zu Hause zwei Modelle zur Auswahl. Denn ohne Winterjacke komme ich auch eher schlecht in die Arbeit. 

4. Da dieses Weihnachten nun definitiv das letzte Weihnachten sein wird, an dem ich zu Hause bin, werden wir in den nächsten Tagen einen Plätzchenmarathon veranstalten. Fünf Sorten habe ich schon, etwa zehn sollen noch folgen. Lebkuchen wollten wir eigentlich auch noch mal machen. Zeit, bleib stehen, du vergehst zu schnell.

Am heutigen Sonntag verabschiede ich mich nun aus der Gastronomie, heute abend um zwanzig Uhr ist Schluss. Dann konzentriere ich mich auf alles, was da vor mir liegt und freue mich auf die neuen Herausforderungen!

Dienstag, 3. Dezember 2013

Winterwunder

Letzte Woche, als mein Telefon klingelte, dachte ich mir nichts Böses. Am anderen Ende war der Herr, bei dem ich letzten Sommer ein Vorstellungsgespräch gehabt hatte. Im Büro, in genau meiner Sparte. Damals war ich nicht genommen worden. 
Doch nun bot er mir eine Teilzeitstelle ab Januar an.
Ich meldete mich beim Kindergarten, machte für den Kleinen einen Platz klar. Fuhr nochmals zum Vorstellen, lernte mein Sachgebiet und die neuen Kollegen kennen. Nächste Woche kann ich den Arbeitsvertrag unterschreiben. 
Und plötzlich scheint sich alles zu fügen. 
All die Monate, in denen ich merkwürdige Jobs hatte, schlechte Arbeitszeiten und schlechte Bezahlung - all das liegt nun hinter mir. Statt praktischer, Gastro-tauglicher Alltagskleidung werde ich mich nun nach Büroklamotten umsehen. 
Auf der einen Seite blutet mein Mutterherz: den Kleinen doch schon jetzt in den KiGa geben, wo doch erst ab September geplant war. Ist das richtig? Ist er schon soweit?
Auf der anderen Seite weiß ich, dass ich nie wieder so eine tolle Chance bekomme. Und das Geld hilft uns natürlich enorm. 
Nie wieder komplette Wochenenden durcharbeiten. Uff!
Ganz habe ich diese Sache, glaub ich, immer noch nicht realisiert. Zu schnell ist alles gegangen. Aber diese Möglichkeit ist im Jahr 2013 definitiv mein Winterwunder.

Montag, 25. November 2013

Wie es mich in die Gastronomie verschlagen hat...

...und wie es ist, dort zu arbeiten.

Ich habe in meinem noch relativ jungen Leben schon einiges an Jobs gehabt. Los ging es als Schüler als Ladenpackhilfe in einem Discounter. Es folgten sechs Monate Tätigkeit als Schreibkraft bei einem Anwalt, danach ein mehrmonatiges Praktikum in einer Arztpraxis. Dann entschied ich mich für meine Ausbildung im Bürobereich und nachdem die Kids nun etwas größer sind, habe ich meinen bereits dritten Job, seit sie auf der Welt sind: mit dem Großen habe ich übergangsweise Zeitungen ausgetragen, zugunsten der Arbeit im Hotel dann aber wieder damit aufgehört. Und nun seit ein paar Wochen leiste ich meine Stunden in einem Restaurant ab. 

Es herrscht dort ein rauerer Ton als beispielsweise noch im Hotel. Hier geht es nicht um Minuten, sondern Sekunden, ehe aus einem auf einen Teller drappierten Kunstwerk eine unansehnliche Mischung wird. Dementsprechend bleibt für viele Worte oder Erklärungen keine Zeit. Dass etwas falsch gemacht wird, darf nicht passieren. Denn dann bleiben die Gäste aus und ausbleibende Gäste bedeuten für alle nichts Gutes. 

Ich arbeite in der Küche mit. Was ich da so mache? Standardtätigkeiten wie Spülen genauso wie Eis und Speisen anrichten oder Tortenstücke schneiden. Natürlich auch schwere Töpfe hin und her schleppen, doch da bin ich nicht zimperlich. Schließlich habe ich zwei Kinder, die oft genug auf mir herumkraxeln oder Flieger spielen wollen. Meine Oberarmmuskulatur ist also entsprechung gut trainiert. 

Die letzten drei Tage habe ich von morgens bis Mitternacht durchgearbeitet, da unser Restaurant Hochbetrieb hatte. Heute muss ich noch abends für "nur" sieben Stündchen ran, danach ist bis Samstag Ruhe. Gestern kam ich dementsprechend erledigt nach Hause geschlichen. Und was war los!? Ich lag kaum im Bett, da kam der Große ums Eck. Wankend. Rotes Gesicht. Sofort klar: Fieber. 40,2 Grad. Was folgte, war eine natürlich auf meiner Seite durchwachte Nacht, in der ich ihn minütlich anfasste, um festzustellen, ob die Temperatur auf die Fiebermittel hin dauerhaft gesenkt blieb. Nun hat er nur noch erhöhte Temperatur, trotzdem geht es ab zum Kinderarzt. Ich habe also wieder nur zwei Stunden geschlafen in der Nacht. Aber irgendwie gewöhne ich mich langsam daran. Und vielleicht bin ich morgen dann gar nicht mehr so müde wie noch jetzt.  

Montag, 18. November 2013

Then you better run, you're running out of time

Es ist wirklich etwas dran an der Weisheit, wie viel schneller die Zeit vergeht, je älter man wird. Als Jugendliche kam mir die Zeitspanne von einem Jahr schon unglaublich lang vor. Und manchmal sogar der Weg vom Montag bis zum Freitag. 
Ich weiß noch, dass ich vor den Kindern oft den ganzen Tag im Büro saß und nichts mit mir anzufangen wusste. Die Arbeit war wenig und so sah ich aus dem Fenster, wenn ich fertig war, oder surfte im Internet. Ich wurde Sonntagabend schon nervös, weil ich wusste, was für eine langweilige Woche wieder vor mir liegen würde. 
Heute ist das ganz anders. Ich unterteile den Tag unbewusst in vier Abschnitte: der frühe Morgen, dann der Vormittag, wo der Große im Kindergarten ist. Als drittes der Nachmittag mit beiden Kindern und schließlich der Abend, wenn sie bereits im Bett sind. Die ersten beiden Abschnitte sind nun schon vorbei, gleich mache ich mich auf den Weg, den Großen wieder abzuholen. Nun liegt nur noch der Nachmittag vor uns, an dem wir immer unterschiedliche Dinge machen: mal malen oder basteln, dann wieder backen oder puzzlen. Mal bauen wir stundenlang Lego, dann gehen wir wieder spazieren und schauen in der Bücherei vorbei. Und schon ist wieder ein Tag vorbei. 
Gerade eben haben wir noch unseren Halloween-Kürbis geschnitzt oder Laternenlieder gesungen. Nun geht es plötzlich schon mit Riesenschritten auf Weihnachten zu. Nein, ich komme einfach nicht mehr hinterher.
Am liebsten würde ich die Zeit einfangen und festpinnen. Am besten im Frühsommer, wenn es schön warm ist. Vielleicht versuche ich das nächstes Jahr mal..

Und, wer von euch weiß, woher das Zitat (mein heutiger Titel) stammt!? :)

Freitag, 15. November 2013

Vorweihnachtliche Einkäufe - oder: vom Wahnsinn, mit zwei Kindern shoppen zu gehen

Hier bei uns auf dem Lande kommt der Schnee meist ganz plötzlich. Am einen Tag sind es noch plus zehn Grad, am nächsten Tag schneit es bereits. So überlegte ich, ob ich dieses Jahr nicht vor dem Schnee alle Geschenke besorge, um dann bei den hier üblichen Blizzards nicht mehr vor die Tür zu müssen.
Einige Dinge bestellte ich zeitgemäß über das Internet, andere besorgte ich hier im Ort. Die Präsente, die mir dann noch fehlten, beschloss ich gestern Nachmittag zu kaufen.

Natürlich musste ich dabei geschickt vorgehen und kleine Beigeschenke wie Seifenkörbchen ganz unten im Einkaufswagen verstecken, damit der Große sie nicht sah und unangenehme Fragen stellte. Beim Kauf von Gutscheinen denkt er sich nichts, da ist er oft genug dabei; und da wir an Heiligabend nur zu viert sein werden, sieht er nicht, wie der Gutscheinbeschenkte seinen Gutschein auspackt. Soweit der Plan, der auch ausgesprochen gut funktionierte. Abgelenkt durch Weihnachtsdeko und Spielsachen waren die beiden so abgelenkt, dass der eigene Einkaufswagen uninteressant war.

Dann jedoch wanderten wir weiter Richtung Reformhaus auf der Suche nach zucker- und weizenfreien Schleckereien für die Uroma. Das war natürlich weitaus langweiliger als das Playmobil zuvor. Also begannen sie, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Was in unserem Fall heißt: sie stritten.

Es begann harmlos. Der Kleine saß im Einkaufswagen und sah sich suchend um. Der Große hielt sich am Einkaufswagen fest und erzählte mir, was er so alles sah. Da fing der Kleine an, nach dem Großen zu hauen. Der Große haute zurück. Der Kleine stand in seinem Sitz auf, um besser zielen zu können. Die Mama wurde leicht nervös. Der Kleine setzte sich nach gutem Zureden (wohl eher bedrohlichem Gezischel) meinerseits wieder hin, der Große verlor jedoch die Lust am Einkaufen und setzte sich auf ein paar Packungen Roggenmehl. Nun wurde die Mama leicht gereizt. 
Vor lauter Langeweile begann der Große, seine Jacke auszuziehen. Natürlich machte der Kleine ihm das sofort nach. Er zog seine Mütze aus und warf sie auf den Boden. Er zog seinen Schal aus und warf ihn auf den Boden. Die Jacke nahm ich ihm dann gleich weg und legte sie vorsorglich in den Einkaufswagen. Von da aus fischte er sie wieder heraus, um sie auf den Boden zu werfen.
Jetzt hatte die Mama langsam keine Lust mehr. 
Ich kaufte schnell wenigstens eine Gemüsebrühe, die mir glutenfrei vorkam und verließ das Geschäft. Frustriert fragte ich mich, wie nur all die anderen Mütter es hinbekommen, immer das passende Geschenk zu finden; was treiben denn deren Kinder in der Zeit!?

Ernährungstechnisch wertvoll oder nicht, wir legten einen Zwischenstopp bei McDonalds ein. Die Kids teilten sich in plötzlich herrschender perfekter Harmonie eine Juniortüte und ich hatte Zeit, ein wenig durchzuatmen. Immerhin, sagte ich mir, habe ich fast alles bekommen, was ich wollte. Den Rest darf dann mein Mann besorgen.