Montag, 3. März 2014

Wie aus uns eine Familie wurde - der Heiratsantrag

Mein späterer Mann und ich waren seit zwei Jahren ein Paar, als er vorschlug, für ein Wochenende nach Wien zu fliegen. Er wusste, wie gern ich Österreich und die dort lebenden Leute mit ihrem putzigen Dialekt mag. 
(Tatsächlich höre ich ab und an österreichisches Webradio, wenn ich nicht gut drauf bin und werde sofort fröhlich, wenn ich Worte wie "Schmäh" und "Faschiertes" vernehme.)

Wir übernachteten in einem großen Hotel. Nach einem ausgiebigen Frühstück entdeckten wir die Stadt. Wir fuhren mit der rumpelnden Straßenbahn durch die vielen Bezirke und landeten irgendwann auf dem Prater.
Es war ein warmer, sonniger Tag im Mai. Ich trug einen braunen Rock, eine schwarze Strickjacke und Ballerinas. Hand in Hand schlenderten wir schließlich durch einen Park und setzten uns auf eine Bank in der Sonne. Im gleichen Moment, in dem mir einfiel, dass unser erstes Date zwei Jahre zuvor ebenfalls größtenteils auf einer Bank in der Sonne statt gefunden hatte, kniete er auch schon vor mir nieder und zauberte einen perfekten, weißgoldenen Ring hervor.  
Gut, ich muss zugeben, so ganz überrascht war ich nicht. Als ich am Flughafen etwas in seine Tasche packen wollte, reagierte er leicht hysterisch und schärfte mir ein, bloß ja nicht in die Tasche zu gucken. Ich hatte also so halbwegs eine Überraschung vermutet. Überwältigt war ich aber natürlich trotzdem. 
Nachdem ich ihm eine passende Antwort ("jaaaaaaaaaaaaaaaa") gegeben hatte, saßen wir zusammen auf unserer Bank in der Sonne. Irgendwo in der Ferne spielte jemand im Park Gitarre. 
Was aber nun tun, nachdem man beschlossen hat, zusammen in den Sonnenuntergang zu reiten?
"Ich hab da so ein bisschen Hunger!", merkte ich irgendwann an. 
"Hm. Ich auch!", so der spätere Gatte. 
Also gingen wir zu McDonalds. Ein anderes Restaurant fanden wr nicht auf unserem Weg zurück zum Hotel, doch das störte uns nicht. Wir himmelten uns vollkommen zufrieden gegenseitig über Burgern und Pommes an. Und begannen, unser kommendes, gemeinsames Leben zu planen.

Freitag, 28. Februar 2014

Fasching im Kindergarten

Gestern war es soweit: die jährliche Faschingsfeier im Kindergarten fand statt. Der Große ging dieses Jahr als Cowboy, der Kleine als Mickey Mouse. Ich malte dem Cowboy ein kleines Bärtchen ins Gesicht umd der Maus eine rosa Nase. Glücklich machten wir uns auf den Weg in den Kindergarten.

Die Kindergartenleitung - verkleidet als flotte Biene - öffnete uns die Tür. Insgesamt fand ich es interessant, wie die Erzieherinnen sich dieses Jahr abgesprochen hatten - eine kam als Kuh, eine andere als Giraffe und die dritte als Katze. Nur der vierten hatten sie von ihrem vermeintlichen Pakt nichts verraten, die kam nämlich als Hexe und zog ein entsprechendes Gesicht, als sie den Verrat bemerkte. 

Es gab Brezen und Wiener, ein Süßigkeitenbuffet und jede Menge Konfetti. Die Türen der einzelnen Gruppen waren offen, sodass mein Großer in die verschiedenen Zimmer linste und seine Freunde fröhlich grüßte.

Heute stand dann Teil zwei auf dem Plan - eine Pyjamaparty. Die Kinder durften im Schlafanzug in den Kindergarten kommen. Ein Highlight für die Jungs, hatten sie doch damit gerechnet, so dem lästigen Anziehen am Morgen aus dem Weg zu gehen. Doch ich machte ihnen einen Strich durch die Rechnung, wir zogen nämlich frische Schlafanzüge an. So kamen sie doch nicht ganz drum rum.

Insgesamt bin ich wirklich sehr zufrieden mit unserem Kindergarten. Die Erzieherinnen sind alle sehr liebevoll und ich weiß meine Kinder dort den Vormittag über gut aufgehoben. Doch das schlechte Gewissen der arbeitenden Mutter bleibt. Ich denke oft wehmütig an die Zeit zurück, als es tagsüber nur uns drei gab und ich die Vormittage sogar ganz allein mit dem Kleinen verbrachte. Diese Zeit geht mir wahnsinnig ab. Den Jungs allerdings auch, denn nicht selten kommt eines der Kinder nachts zu uns ins Schlafzimmer herüber gewandert. Das hat es vorher eigentlich nicht gegeben. Also nehme ich dann nachts meine Kinder in den Arm und hole diese verlorene Zeit auf. An Schlaf ist dabei natürlich nicht so hundertprozentig zu denken, aber Schlaf wird ja angeblich sowieso überbewertet. 
Apropos Schlaf. Endlich ist Ruhe in den Kinderzimmern eingekehrt. Vielleicht lege ich mich auch bald hin..

Donnerstag, 20. Februar 2014

Toni

Wenn man lange nichts mehr geschrieben hat, kommen einem die Dinge des Alltags kaum erzählenswert vor. Ich lese in euren Blogs von euren wunderbaren Kindern, euren Familien, euren Erfolgen und auch Problemen im Beruf. Und all das möchte ich auch gerne wieder mit euch teilen.
Doch dieser erste Post seit Langem handelt nicht von mir, von uns. Sondern von einer ganz besonderen Person in meinem Leben. Sein Name ist Toni.

Ich lernte ihn kennen, als ich sechzehn war und er neunzehn. Wir trafen uns in einer Disco und hatten irgendwie gleich eine Verbindung zueiander. Eine Weile bewegten wir uns in den gleichen Kreisen, dann lernten wir neue Leute kennen und gingen auseinander. 

Mit siebzehn traf ich ihn wieder und bald war unser Umgang so vertraut wie eh und je. Es dauerte nicht lange, da wurde aus einem guten Bekannten ein Freund. Und dann ein bester Freund.
Ich stellte Toni meiner Freundin vor und bald wurde aus ihnen ein Paar. Wir waren eine große Clique, die einen tollen Sommer zusammen verbrachte. 
Doch dann begann es zu kriseln. Plötzlich wollte Toni nichts mehr in der Gruppe machen, nicht mehr weggehen, nur noch mit meiner Freundin alleine sein. Wozu solle er weggehen, wenn er schon eine Freundin habe, fragte er. Er brauche nur sie, sonst niemanden. Die beiden schotteten sich ab. Er war sehr eifersüchtig, wenn sie doch einmal etwas mit mir allein machte und so ließ sie es bald sein. Ich sah ihm dabei zu, wie er sich veränderte, war jedoch machtlos, etwas dagegen zu tun. 

Nach knapp zwei Jahren ging es mit den beiden auseinander. Er stürzte daraufhin vollkommen ab. Doch als ich mich bei ihm meldete und meine Hilfe anbat, fragte er nur, was ich von ihm wolle. Ich sei eine Freundin seiner Ex und damit stünde ich auf der falschen Seite. Also nahm ich es hin. Und gab auf. 

Ich behielt ihn über die Jahre im Auge. Über diverse Bekannte, über das Internet. Ohne dass er es merkte. Verfolgte seinen Weg. Auch wenn ich wusste, dass er mich längst vergessen hatte, ab und an kreuzte er wieder meine Gedanken und immer dann verfolgte ich seine Spuren.
So ging es mir auch vor ein paar Tagen. Nachdem ich viel zu lang zu sehr mit meinem eigenen Leben beschäftigt war, um an etwas anderes zu denken, fiel mir abends beim Aufräumen ein Armband in die Hände, das er mir einst geschenkt hatte. Also gab ich seinen Namen bei den bekannten Internetdiensten ein und wartete auf Neuigkeiten.
Es gab nur eine. Toni ist vor über einem Jahr durch einen Autounfall gestorben.

Ich sehe ihn immer noch vor mir, damals, als ich ihn kennen lernte, mit neunzehn Jahren. Das Lächeln immer im Gesicht. Ich kenne seine guten und seine schlechten Seiten. Es ist merkwürdig, den Verlust von jemandem zu betrauern, mit dem man seit gut zehn Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Doch das tue ich. Denn auch wenn wir uns auseinander entwickelt haben, ist es trotzdem immer noch ein Leben, das viel zu früh geendet hat.    

Sonntag, 26. Januar 2014

Und aus der Versenkung meldet sich...

Ich komme zu wirklich gar nichts mehr. 
Morgens stehe ich meist noch vor fünf Uhr auf. Richte die Brotzeiten der Kinder her, frühstücke eine Kleinigkeit, ziehe mich an. Dann bereite ich das Frühstück der Jungs vor und erledige die ersten Dinge im Haushalt - Waschmaschine einschalten, Geschirrspüler ausräumen etc. 
Gegen sechs Uhr spätestens stehen die Jungs auf der Matte. Bis halb sieben wird gegessen und getrödelt, dann gehts nach oben zum Anziehen. 
Um sieben - oder ein paar Minuten danach - machen wir uns auf den Weg zum Kindergarten. Bis beide Kids ausgezogen sind, die Hausschuhe am jeweils richtigen Fuß stecken und ich sie in der Gruppe abgebe, ist es mindestens viertel nach sieben.
Weiter wird gehetzt, nun immer auf hohen Schuhen. Vorbei die Zeiten der mit frechen Sprüchen bunt bedruckten T-Shirts und Funktionsschuhe, die ich noch im Gast- oder Gaststättengewerbe trug. Nun sind sie wieder da, die Pumps, die eleganten Hosen und edlen Pullover. Na ja, edel ist hier wohl Auslegungssache - ich liebe die Mode von Esprit und mehr muss es für mich nicht sein. Sagen wir, ich pendle zwischen Esprit und H&M hin und her und kaufe immer dort, wo gerade reduziert wurde.

Jetzt ist es zwanzig vor acht. Ich laufe in der Arbeit ein, fahre mir durch die gestylten Haare, laufe die beiden Stockwerke nach oben und betrete mein Büro. Schön ist es hier, meine beiden Kollegen sind schon da und begrüßen mich freundlich. Ich mache mir einen Tee und setze mich zum ersten Mal seit gut drei Stunden wieder hin. 
Die folgenden vier Stunden vergehen wie im Flug. Ich bearbeite Anträge, gebe Vorgänge im Computer ein und antworte gut gelaunt lachend und entspannt auf Fragen nach meinen Kindern.
Auf dem Heimweg ist diese gute Laune dahin. Irgendjemand auf der Strecke meint wieder mal, langsamer fahren zu müssen als erlaubt und mein ganzer Zeitplan gerät ins Wanken. Nicht selten überhole ich mit meinem zwölf Jahre alten Ford Ka einen in unserer Region urlaubenden Audi oder Mercedes. Doch diese Kamikaze-Manöver gehören der Vergangenheit an, seit Freitag bin ich stolze Besitzerin eines neuen (na ja, neu für mich) Autos. Da klappt das mit dem Überholen nun auch etwas besser.

Halb eins! Ich laufe durch den Kindergarten und sammle meine Kinder wieder ein. Der Große springt mir auf den Arm, der Kleine will gar nicht weg. Ich warte, bis der Große sich angezogen hat und ziehe derweil den Kleinen an. Gegen dreizehn Uhr kommen wir dann wieder zu Hause an und natürlich schreien die Jungs sofort nach Nahrung. Ich zaubere ein schnelles Gericht, um die hungrigen Seelen zu füttern und mache dann mit dem Haushalt weiter. 

Abends falle ich nun oft todmüde ins Bett. Es ist ein anstrengendes Leben, das ich nun führe, denn ich befinde mich noch mitten in der Umstellungsphase. Noch habe ich irgendwie nicht den Eindruck, irgendwo richtig angekommen zu sein. Und doch geht es mir gut. Ich habe einen klasse Job, den ich jeden Tag gerne mache. Ich habe zwei klasse Kids, die sich im Kindergarten benehmen und bislang nicht den Eindruck machen, unter ihrer teilzeitarbeitenden Mama zu leiden. Doch für viel anderes bleibt einfach gerade keine Zeit mehr. Darum hoffe ich, ihr seht es mir nach, wenn es für den Moment hier ein bisschen stiller ist. 
Ich nehme mir auf jeden Fall fest vor, mich mindestens einmal die Woche zu melden. Und ich hätte soooo viel zu erzählen!! Ich hoffe, ihr könnt auf die Neuigkeiten noch ein bisschen warten!  

Sonntag, 5. Januar 2014

Was wurde eigentlich aus meinen Anti-Vorsätzen für 2013?

Im Dezember 2012 machte ich mir Gedanken über das Jahr 2013. Doch statt wie alle anderen Vorsätze zu fassen, waren es bei mir Anti-Vorsätze. Sprich: Dinge, die ich in 2013 nicht mehr tun wollte.

Hier noch einmal die Liste von damals:

  • keine Krankenhausaufenthalte, weder von uns noch von den Kindern
  • nie wieder sehen, wie ein Junge meinen Großen tritt, damit er vom drei Meter hohen Spielturm stürzt (!)
  • keine fünf Kilo abnehmen, um sie im Lauf des Jahres gemütlich wieder rauf zu futtern
  • keine Schrammen in mein Auto fahren
  • beim Rasenmähen kein Sommerröckchen tragen und 
  • beim Rasenmähen im Sommerröckchen nicht ausrutschen und der Nachbarschaft dadurch einen unfreiwilligen Blick auf die Unterwäsche bieten
  • keine Diätpläne machen. Das halte ich sowieso nicht lange durch.


So. Werfen wir nun einmal einen Blick darauf, ob und wie diese Anti-Vorsätze nun ein Jahr später umgesetzt worden sind.
  • Das mit dem Krankenhaus hat funktioniert: bis auf eine Bronchitis vom Großen waren wir alle vier relativ gesund.  
  • Der zweite Punkt mit dem Kindergarten...na ja. Getreten hat meinen Großen niemand mehr, dafür sind genügend andere Sachen vorgefallen. 
  • Punkt drei mit den fünf Kilo ist eine Sache für sich: da kann ich einen Erfolg verbuchen. Ich habe zwar ab- aber bislang nicht wieder zugenommen. 
  • Keine Schrammen in mein Auto fahren...nein. Hat leider nicht geklappt. Das heißt, in mein Auto eigentlich nicht, dafür aber in das Auto meines Mannes ;) 
  • Die beiden Rasenmäherpunkte kann ich abhaken: gemäht wurde nur in Hosen.
  • Diätpläne habe ich tatsächlich nicht gemacht, abgenommen aber trotzdem. Yes, ich habe das System überlistet! ;) 
An sich hat es also den Anschein, als hätte das mit den Anti-Vorsätzen ganz gut geklappt. Hm, sollte ich mir für dieses Jahr vielleicht noch mal überlegen.
 

Donnerstag, 2. Januar 2014

Wieder mal mehr als zu viel...

gibt es in diesem Post. Denn ich erzähle euch nun von unserem Weihnachten, wie wir Silvester gefeiert haben und was mein erster Arbeitstag heute gebracht hat. 

Weihnachten war dieses Jahr angenehm ruhig. Heiligabend war es frühlingshaft warm, also machten wir nachmittags einen ausgiebigen Weihnachtsspaziergang. Nach dem Abendessen war dann endlich die Bescherung. Für die Jungs gab es wie üblich viiiel zu viel. Eine Werkbank, einen Supermarkt, diverse Auto, Süßigkeiten, die uns bis zum nächsten Weihnachtsfest reichen werden und und und. 



Eulenkugel - adorable, oder?


Den 25. Dezember verbrachten wir dann bei der Familie meines Mannes, am 2. Weihnachtsfeiertag waren dann meine Eltern dran. 

An Silvester hatten wir dann abends Besuch von meinen Schwiegereltern. Ich hatte ein Raclette mit allem drum und dran vorbereitet. Wohl so an die fünf Stunden. Kommentar meines Schwiegervaters: "ich hätte lieber ein Schnitzel gehabt."
Nächstes Jahr kann er dann zu Hause bleiben.

Mein erster Arbeitstag heute war super! Kein Vergleich zum Stress im Hotel oder der Gastronomie. Ich freue mich richtig darauf, morgen wieder hinzugehen. Vormittags waren die Kinder bei ihrer Oma, nachmittags waren wir dann in der Bücherei und haben noch ein bisschen im Haushalt gewerkelt. Insgesamt betrachtet lief also alles super. Morgen gehts dann richtig los, heute habe ich bloß die Grundzüge gesehen. Ich bin gespannt!

Montag, 23. Dezember 2013

Kontrastprogramm

Wie habt ihr den heutigen Tag vor Weihnachten verbracht?

Erst hatte ich überlegt, noch mal mit den Kindern Plätzchen zu backen. Nachdem der weihnachtliche Hausputz aber schon gestern dran war und die Küche so ansprechend glänzte, wollte ich diese unnatürliche Sauberkeit nicht durch umherfliegende Mehlwolken und schmelzende Butterflocken entweihen. 
Ein Blick aus dem Fenster offenbarte strahlenden Sonnenschein. Bei geschätzten acht Grad plus. Also zog ich uns warm an und wir beschlossen, eine Runde über den weihnachtlich geschmückten Stadtplatz zu gehen. 

Einesteils finde ich es lustig, dass mir Menschen in Pullovern entgegen kommen - mitten im Dezember - auf der anderen Seite stimmt es mich ein wenig traurig, dass der Traum von der weißen Weihnacht auch dieses Jahr nicht in Erfüllung geht. Doch statt dem leise rieselnden Schnee hinterher zu trauern, erfreuen wir uns lieber an den Sonnenstrahlen. Wir gucken blinkende Tannenbäume in den Schaufenstern an und treffen viele Bekannte, die das gute Wetter ebenfalls ausnutzen. 
Der Höhepunkt ist nachmittags bei etwa zwölf Grad plus erreicht, als wir an einem Spielplatz vorbei kommen. Wir sind die einzigen dort, und so summe ich leise Weihnachtslieder vor mich hin, während ich den Kids zusehe, wie sie im Sand toben. Unvorstellbar, dass wir morgen um die Zeit schon ganz gespannt auf die Bescherung warten. Es kommt einem eher vor wie das Warten auf Ostern, bei diesen Temperaturen. Doch überall in den Fenstern ringsum blinken uns Sterne und Tannenzapfen entgegen. Nein, ich hab mich nicht geirrt, morgen ist wirklich Weihnachten. 

Ob ihr also Schnee habt, Regen oder Sonne - ich wünsche euch und euren Familien wundervolle Weihnachtstage! Viiiele Geschenke, brave Kinder, gutes (reichliches) Essen und ganz viel Zeit und Ruhe für eure Liebsten. So werde ich es auch halten. Besonders den Punkt mit dem Essen ;)

Dienstag, 17. Dezember 2013

Monster AG

Eines Tages wollte der Große plötzlich nicht mehr in den Keller gehen. Wo er es sonst immer spannend fand - dort werden unsere Marmeladegläser, alte Kinderautositze und Holz für den Holzofen aufbewahrt - behauptete er plötzlich, es gäbe Monster. Also ging ich mit ihm in den Keller, zeigte ihm alles, guckte mit ihm in jedes Eck und unter jeden Stapel und er gab sich damit zufrieden, dass es bei uns im Keller keine Monster gab. 
Ein paar Nächte später wollte er nicht mehr in seinem Bett schlafen. Da wären Monster in der Zimmerecke!
Der Große darf nicht unbeaufsichtigt fernsehen und auch nur Serien, die wir als Erwachsene für unbedenklich halten. Eine Serie über Monster war nicht dabei. 
Ich begann, ihn intensiv zu befragen, wie er auf die Idee mit den Monstern käme. Und natürlich, ein Junge, wegen dem er Anfang des Kindergartenjahres schon nicht mehr hingehen wollte, hatte ihm von den Monstern erzählt. Das die Monster im Keller wohnen würden und nachts in die Kinderzimmer schleichen würden. Der Große, sowieso ein absolute Sensibelchen, nahm sich die Geschichte zu Herzen und fürchtete sich fortan vor den Monstern (und dem Keller).
Ich überlegte, was ich tun könnte, um ihm diese Angst zu nehmen. Noch einmal machten wir einen Rundgang durch den Keller und fanden statt Monstern nun Gummibärchen in den Ecken. Diese hatte ich vorher dort hingelegt, um ihm zu zeigen, dass es im Keller durchaus nichts zu fürchten gab. Das sah er ein. 
Im Bett hat er nun neben seinem Schlafhasen einen "Beschütz-mich-Hasen". Angelehnt an Lauras Stern, wo Lauras Bruder einen Beschütz-mich-Hund hat, taufte ich nun das Schlaftier des Großen um und seitdem verscheucht der tapfere Hase sämtliche Monster, die sich ungefragt dem Bett nähern könnten. Nachts herrscht nun wieder Ruhe und der Spuk mit den Monstern scheint fürs Erste vorbei zu sein. Mal sehen, wie lange es dauert, bis dieser unsägliche Junge dem Großen den nächsten Floh ins Ohr setzt. 
Aber irgendwie werden wir auch damit fertig werden.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Listentum

 Die vergangenen Tage im Hause Lipstick waren geprägt von meinem neuen Job. Ich fange zwar erst im Januar dort an, trotzdem sind vorab einige Dinge zu erledigen. 

1. Ganz wichtig: der Kindergartenplatz für den Kleinen. Normalerweise wäre er erst nächstes Kindergartenjahr mit drei Jahren gegangen, doch da ich ab Januar zu arbeiten beginne, braucht er natürlich auch ab Januar einen Platz. Für ein paar Monate - bis er drei wird eben, was in den Sommerferien der Fall sein wird - kommt er nun zu einer hoffentlich lieben Erzieherin, wo er den Vormittag verbringen wird. 
Damit es soweit kommt, musste ich natürlich die üblichen Unterlagen zusammenstellen - Buchungsvertrag, Impfbestätigung, Untersuchungsheftchen - und alles im KiGa abgeben. Am Dienstag erfahren wir, in welche Gruppe er eingeteilt wird. Und dann darf er noch im Dezember einen Schnuppertag dort machen. Ich bin gespannt!

2. Fast genauso wichtig: eine passende Garderobe. Natürlich habe ich mir in den letzten Jahren ab und an ein edles Kleidungsstück gegönnt, doch der Alltag war eher der, dass ich bei H&M T-Shirts für drei und Röcke für vier Euro erworben habe. Jetzt im Büro darf es dann doch wieder etwas schicker sein. Cordrock und Stiefel, Pullunder, Longpullover...am Freitag machten mein Mann und ich eine Shoppingtour, ausnahmsweise ohne die Kinder. Es wird auch bei dieser Ausnahme bleiben, da der Kleine den Urgroßeltern wohl gehörig auf die Nerven gegangen ist. 

3. Gestern besuchte ich mit dem Großen meine Freundin in der Großstadt. Was passierte auf dem Heimweg!? Mein Wintermantel gab den Geist auf. Also bestelle ich mir zu Hause zwei Modelle zur Auswahl. Denn ohne Winterjacke komme ich auch eher schlecht in die Arbeit. 

4. Da dieses Weihnachten nun definitiv das letzte Weihnachten sein wird, an dem ich zu Hause bin, werden wir in den nächsten Tagen einen Plätzchenmarathon veranstalten. Fünf Sorten habe ich schon, etwa zehn sollen noch folgen. Lebkuchen wollten wir eigentlich auch noch mal machen. Zeit, bleib stehen, du vergehst zu schnell.

Am heutigen Sonntag verabschiede ich mich nun aus der Gastronomie, heute abend um zwanzig Uhr ist Schluss. Dann konzentriere ich mich auf alles, was da vor mir liegt und freue mich auf die neuen Herausforderungen!

Dienstag, 3. Dezember 2013

Winterwunder

Letzte Woche, als mein Telefon klingelte, dachte ich mir nichts Böses. Am anderen Ende war der Herr, bei dem ich letzten Sommer ein Vorstellungsgespräch gehabt hatte. Im Büro, in genau meiner Sparte. Damals war ich nicht genommen worden. 
Doch nun bot er mir eine Teilzeitstelle ab Januar an.
Ich meldete mich beim Kindergarten, machte für den Kleinen einen Platz klar. Fuhr nochmals zum Vorstellen, lernte mein Sachgebiet und die neuen Kollegen kennen. Nächste Woche kann ich den Arbeitsvertrag unterschreiben. 
Und plötzlich scheint sich alles zu fügen. 
All die Monate, in denen ich merkwürdige Jobs hatte, schlechte Arbeitszeiten und schlechte Bezahlung - all das liegt nun hinter mir. Statt praktischer, Gastro-tauglicher Alltagskleidung werde ich mich nun nach Büroklamotten umsehen. 
Auf der einen Seite blutet mein Mutterherz: den Kleinen doch schon jetzt in den KiGa geben, wo doch erst ab September geplant war. Ist das richtig? Ist er schon soweit?
Auf der anderen Seite weiß ich, dass ich nie wieder so eine tolle Chance bekomme. Und das Geld hilft uns natürlich enorm. 
Nie wieder komplette Wochenenden durcharbeiten. Uff!
Ganz habe ich diese Sache, glaub ich, immer noch nicht realisiert. Zu schnell ist alles gegangen. Aber diese Möglichkeit ist im Jahr 2013 definitiv mein Winterwunder.