Sonntag, 23. Dezember 2012

How I Met Your Father - Part XIV

Kinder, als ich damals meine Begegnung mit Lukas hatte, trug sich einmal in einer Bar folgende Begebenheit zu:
Ich war auf dem Weg zum Tresen, um die vergessene Bestellung unserer Gruppe zu bemeckern. Da stieß ich mit einem jungen Mann zusammen. Er trug eine schwarze Baskenmütze, Baggyhosen und dazu ein kurzärmliges, kariertes Hemd. Er sah richtig lieb aus. 
"Woah, Entschuldigung!", sagte er auch gleich und hielt mich kurz am Arm fest. Er lächelte mich an. 
"Macht nichts", murmelte ich, ein wenig aus dem Tritt gebracht durch seine freundliche, offen wirkende Art. 
"Ich wünsch dir was, ja?" Er drückte kurz meinen Arm und verschwand dann wieder in der Menge. Ich sah ihm kurz nach, dann wandte ich mich um und war in Gedanken sofort wieder bei Lukas - wo ich meiner Meinung nach hin gehörte. 
Bis ich das erste Mal ohne Lukas in der Bar war und den Typen mit der Baskenmütze wieder traf. 

Eure Tante Sandra und ich saßen frustriert an einem Tisch. Tante Sandra hatte den nächstgrößeren Schritt gewagt und eine Nacht mit Robert verbracht. Und seitdem hatte sich Robert, der romantische, charmante Frauenversteher, der sie stets auf Händen getragen hatte, nicht mehr bei ihr gemeldet. 
"Ich wurde ausgenutzt, Mia", sagte sie traurig zu mir. "Das alles war einfach seine Masche, um mich ins Bett zu kriegen. Und ich bin voll darauf reingefallen. Man, ich brauche erst mal was zu trinken!"
"Ich gehe mal sehen, wo unsere Bestellungen geblieben sind, ja?", antwortete ich und stand auf, um zum Tresen zu gehen.
Und stieß dort mit jemandem zusammen. Ich sah auf; vor mir stand der Typ mit der Baskenmütze.
"Hallo!", grinste er, "dich kenne ich doch!"
Wir fingen noch an Ort und Stelle an, uns zu unterhalten. Dann kam er mit zu unserem Tisch, wo eure Tante Sandra ihm ihre traurige Geschichte mit Robert erzählte. Er hörte gewissenhaft zu, blickte aber immer wieder zu mir herüber. Und ich fühlte mich wohl mit ihm. Er hatte so eine herzliche, warme Art, die ich bei Lukas stets vermisst hatte. Es machte Spaß, sich mit ihm zu unterhalten. Bereits nach einer halben Stunde war klar, dass wir uns wieder treffen wollten. Sein Name war Sebastian. 

Zwei Wochen und unzählige Telefonate und SMS später war es dann soweit: Sebastian und ich trafen und in einem gemütlichen, kleinen Café zu unserem ersten Date. Ich weiß noch, dass ich wahnsinnig aufgeregt war; zwar hatte ich es noch nicht geschafft, Lukas' SMS aus meinem Handy zu löschen, doch ich fand, ich war auf einem guten Weg. Ja, es gelang mir endlich, nach vorne zu blicken. 

Dieses Date war das beste erste Date meines Lebens. Wir wussten ja schon, dass wir sehr viel gemeinsam hatten und so gingen uns die Themen nicht aus. Eine Gemeinsamkeit jagte die nächste. Es war alles ganz ungezwungen. 
Er war sehr ehrlich zu mir. Und so erzählte er mir, dass er nach sieben Jahren nun zum ersten Mal wieder Single war. Wir sprachen ganz automatisch über seine Exfreundin, mit der er eine Tochter zusammen hatte. Hintergründig fragte ich mich, wann ich eigentlich in das Alter gekommen war, dass alle Kerle, die ich traf, schon Kinder hatten; doch im Gegensatz zu Lukas, der seine Tochter immer als Grund angesehen hatte, nichts ernstes einzugehen, ging Sebastian sehr locker mit dem Thema um. Und so wurde es auch für mich nicht zu einem Problem. 

Am Ende dieses zauberhaften Dates küssten wir uns. Der Abschied zog sich in die Länge. Und gleich darauf schickte er mir noch eine SMS, wie sehr er sich auf unser nächstes Treffen freute. 

Und dann war es plötzlich vorbei mit ihm. 

Was passiert ist, fragt ihr euch? Nun, seine Exfreundin kam damit nicht zurecht, dass er wieder jemanden kennen gelernt hatte. Und da ihn mit ihr seine Tochter verband, wollte er sie nicht verletzen. 
Was aus ihm geworden ist, kann ich euch leider nicht sagen. Ich habe nie wieder etwas von ihm gesehen oder gehört nach diesem letzten, anstrengenden Telefongespräch
Und was machte ich?
Richtig. 
Ich meldete mich wieder bei Lukas.

Kommentare:

  1. Ohman dieser Lukas :D
    ist wiedermal ein gelunger Post! Manche Männer können echte Schweine sein in Bezug auf Robert...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, ich finde es auch heute noch unglaublich. Er hatte sich wirklich perfekt verstellt. Mit so etwas hatte niemand von uns gerechnet. Wie jemand nur so sein kann..

      Löschen