Dienstag, 5. Juni 2012

Bloggen von A bis Z - Z wie Zwiespalt

Ich freue mich über jeden Schritt, den meine Kinder machen. 
Das können unbedeutende, kleine Dinge sein - plötzlich kann der Große seine Socken alleine anziehen und der Kleine lernt, wie man winkt. 
Natürlich freu ich mich auch über großen Schritte - der Große ist in drei Monaten ein Kindergartenkind, der Kleine zieht sich nun an manchen Möbeln hoch und läuft ein paar tapsige Schritte daran entlang. Sie entwickeln sich jeden Tag und jeder Tag macht mich stolz. 
Aber es macht mich auch ein bisschen traurig. Weil es soooo schnell geht. 
Nie wieder wird der Große sein Namens-T-Shirt tragen, welches ich ihm zum ersten Geburtstag in Größe 80 bestellt hatte. 
Nie wieder wird der Kleine zum ersten Mal Brei probieren und beschließen, ihn furchtbar zu finden. 
Ständig sitze ich da und denke mir: es wird alles leichter werden, wenn die Kinder erst größer sind. Wenn der Kleine so alt ist wie der Große jetzt und mich versteht, wenn ich zu ihm sage: die Mama muss noch schnell fertig die Wäsche aufhängen, ich komme in drei Minuten! Er wird es verstehen und warten; ungeduldig zwar und bestimmt quengelig, aber er wird nicht einfach weiter weinen, so wie jetzt, weil ihm meine Worte noch nichts sagen. 
Und doch finde ich es schön, sie den ganzen Tag um mich herum zu haben. Die drei Jahre mit dem Großen sind wie im Flug vergangen. Wir haben noch diesen hoffentlich schönen Sommer und dann geht er den halben Tag in den Kindergarten. Er freut sich auf die vielen Kinder, mit denen er spielen kann. Und ich freue mich, weil er sich darauf freut. Und doch fällt mir das Loslassen schwer. 
Was kommt nach dem Kindergarten? Die Grundschule. Dann eine weiterführende Schule und danach vielleicht eine Ausbildung. Auch wenn diese Zeiten jetzt noch in weiter Ferne liegen - eines Tages wird es soweit sein. Und natürlich werde ich stolz sein und mich mit ihnen freuen. Doch ich werde auch mit ein bisschen Wehmut denken: ach, wären sie doch so klein geblieben. 

Kommentare:

  1. Oh wie gut ich dich verstehen kann :)

    Der erste Geburtstag unsere Hummel war für mich eine Katastrophe....Ich habe Tage davor schon geheult und am Tag X natürlich sowieso.
    Ich hatte noch jede einzelne Minute dieser wunderbaren und alles übertreffenden Geburt im Kopf (auch heute noch)
    Das kleine Baby,das man doch GESTERN erst auf die Welt gepresst hat,wird groß,kein Baby mehr sondern ein Kleinkind.
    Bei ihr ging sowieso alles so schnell.
    Die Geburt,das erste krabbeln und sitzen..die ersten eigenständigen Schritte mit 10 Monaten schon.

    So stolz man auf die Frucht des eigenen Leibes auch ist,groß werden sie viel zu schnell :)

    Liebe Grüße <3

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    1. Ach, das ist bei mir gaaanz genauso...auf der einen Seite kann man es kaum erwarten zu sehen, wie sie sich entwickeln...auf der anderen Seite sollte die Zeit stehen bleiben...ein richtiger Zwiespalt eben ;)

      Liebe Grüße zurück! <3

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    2. Weiber!
      Gefühlsduselei.

      Tse, tse ...

      :)


      Ist auch iwie schön ein Kerl zu sein.


      Die Leichtigkeit des Seins

      (Nicht nur eine nette Aussage, sondern auch ein schönes Buch)

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    3. Ach, wenns nichts schlimmeres gibt bin ich gerne eine Frau :p

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  2. "Aber es macht mich auch ein bisschen traurig. Weil es soooo schnell geht."

    So ist das, Sekunde für Sekunde, unaufhaltsam.
    Die Erinnerungen bleiben Dir, mach viele Fotos, die kannst Du Dir anschauen und die Erinnerungen verstärken.

    Nein, es wird nicht leichter, wenn Deine Jungen größer werden. Es wird anders, aber nicht leichter :)

    "Und doch fällt mir das Loslassen schwer."
    Typisch Mutter!
    Glucken? Bloß nicht!

    Wehmut?! Ähh, sind die Kinder der Lebenszweck?
    Die Reihenfolge sollte sein:

    1) Du, Du und nochmals Du
    2a) die Kids solange sie klein sind
    2b) Dein Mann
    3) ...

    sind die Kinder größer

    1) Du, Du und nochmals Du
    2a) Dein Mann
    2b) die Kids
    3) ...

    "ach, wären sie doch so klein geblieben."
    Wozu ist dieses Denken?
    Genieße die Gegenwart so ausgiebig wie möglich, dann wirst Du eher denken: Mensch war das prima als sie klein waren und jetzt ist es anders, aber auch toll.

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    1. Da hast du schon Recht und ich freue mich definitiv auf die Zeit, wenn ich nicht mehr der Mittelpunkt für die Kids bin oder sein muss und wieder verstärkt an mich denken kann. Denn momentan sieht meine Reihenfolge so aus, dass die Kids zuerst kommen und dann ich. Sie können vieles noch nicht selbst und besonders der Kleine ist auf mich angewiesen. Deswegen stelle ich mich da hinten an. Deswegen bin ich ja trotzdem noch da und schaffe es auch, mir meine Freiräume zu schaffen - auch wenn die natürlich kleiner sind als früher.

      Aber ich treffe immer wieder ältere Leute, die lächelnd auf unsere Kinder blicken. Und dann sagen: genießen Sie die Zeit, wenn die Kinder so klein sind. Auch wenn es manchmal anstrengend ist. Diese Zeit geht sehr schnell vorbei. Unsere Kinder sind schon groß und haben ihr eigenes Leben. Die schönste Zeit hatten wir, als sie noch so klein waren.

      Ja, ich genieße das Hier und Jetzt. Mit all seinen Höhen und Tiefen. Es ist so, wie es ist und so ist es gut. Und später wird es bestimmt nicht schlechter!

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