Donnerstag, 28. Juni 2012

Noch vier Tage...

Aufregung im Hause Lipstickmum: ich habe ein Vorstellungsgespräch!
Bereits vor einigen Wochen ging die Bewerbung für eine Firma hier im Ort raus. Gesucht wurde eine Teilzeitkraft im Bürobereich, was meiner Ausbildung entspricht. Ich schickte die Bewerbung ab, rechnete aber mit keiner Zusage. Denn hier bei uns auf dem Land herrscht immer noch Vetternwirtschaft. Ohne Beziehungen kommt man eigentlich nirgendwo rein. Und da ich hier mit niemanden zur Schule gegangen bin und keinem Kegelclub angehöre, war mir klar, dass die Bewerbung schnell wieder zurück kommen würde.
Und nun das. Nächsten Dienstag nachmittag ist es soweit. Nachdem ich als erstes telefonisch und wie gewohnt professionell eine Kinderbetreuung organisiert hatte ("Gatte!! Du musst nächsten Dienstag früher aufhören zu arbeiten, ich habe ein Vorstellungsgespräch, wuaaaaaaaaaaah!!!!!!!!") widmete ich mich dem eigentlichen Problem. 

Was soll ich bloß anziehen!?


Nach drei Jahren im Kinderreich mit Kartoffelbrei, Spinat, Schokoladeneis und Apfelsaft ist von meiner einstigen Businessmode kaum mehr etwas übrig. Ich bringe huschhusch die Kinder ins Bett, damit ich mich dem mageren Inhalt meines Kleiderschranks in aller Ruhe widmen kann.
Da hinten in der letzten Ecke entdecke ich einen Nadelstreifenrock. Perfekt! Doch leider hat er einen Fleck, müsste dringend gebügelt werden und sitzt insgesamt etwas strammer, als ich ihn in Erinnerung hatte. Die EM mit vielen kalorienreichen Fernsehabenden tut mir nicht gut. 
Der Rock geht also nicht. Ich finde eine graue Stoffhose, die man als elegant bezeichnen könnte. Zumindest ist sie fleckenfrei. 
Ich zaubere eine nagelneue, weiße Bluse (wofür habe ich die denn gekauft? Wenn die Kinder dabei sind, kann ich sie die nächsten zehn Jahre doch sowieso nicht anziehen) hervor, dazu einen roten Pullunder. Sieht sehr schick aus, zusammen. Ist zwar etwas warm bei derzeit circa 30 Grad im Schatten, aber eine echte Alternative habe ich nicht. Dazu hübsche Sandälchen mit Absatz, das macht ein bisschen Sommer-Feeling. 

Warum mache ich mich eigentlich so verrückt? Bestimmt ist jetzt schon klar, wer die Stelle bekommt und ich wurde nur für die Quote eingeladen. Damit den Personalchefs nicht vorgeworfen werden kann, sie laden nur Leute ein, die sie kennen. 
Aber bald wissen wir mehr. Daumen dürfen natürlich trotzdem jederzeit gedrückt werden!

Kommentare:

  1. Die Daumen sind feste gedrückt :)

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  2. Und?
    Bis Dienstag ist doch noch unendlich viel Zeit.

    Nadelstreifenrock, nagelneue weiße Bluse, Pullunder?!
    Hört sich für mich seeehhhhhrrrrr konservativ an.
    Ich finde ein bisschen Farbe und ein klein bisschen fetzig auch nicht schlecht.

    Wenn der Inhalt Deines Kleiderschranks nicht mehr Up-To-Date ist, dann ist noch genügend Zeit für Besorgungen. Das Wochenende steht vor der Tür :)

    Mit der Kleidung zeigt man doch auch seine Haltung. Eine Mutter mit kleinen Kindern stelle ich mir dynamisch vor und zu dynamisch gehört für mich auch etwas Pepp.

    Drücke am Dienstag auch beide Daumen ganz fest!!!


    Natürlich hat ein Einladender seine Rangliste, aber hoffnungslose Fälle lädt niemand ein, dafür ist ihm/ihr die eigene Arbeitszeit zu wichtig.
    Also gehe mit der Einstellung da rein, dass Du den Job bekommst.
    Mach Dir vorher Gedanken, welche Vorteile die Firma durch Dich hat. Was kannst Du der Firma bieten, weshalb bist Du noch nicht raus aus dem Job? Was ist mit Deinen Kindern, schließlich 'hassen' es Firmen, wenn die liebe Mutter jedes Jahr noch x-Tage pro Jahr zu Hause bleibt, weil die Kinder krank sind. Kann die Arbeit ggf. auch vom Home-Office erledigt werden ...

    ---

    BTW: Schon den richtigen Erdbeerkuchen gefunden?

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  3. Ja, ich hab auch schon überlegt, ob ich am Wochenende noch shoppen gehen soll. Ich war so lange nicht mehr in der Situation, mich irgendwo vorstellen zu müssen - das letzte Mal vor acht Jahren und das scheint mir schon ewig her. Daher wohl diese Unsicherheit.
    Danke fürs Daumendrücken! :)
    Ja, das mit der Kinderbetreuung ist ein wichtiger Punkt - hier aber Gott sei Dank kein Problem. Der Große geht ab September eh in den Kindergarten, für den Kleinen gibt es eine Großtagespflege und die umfangreiche Verwandtschaft. Werde versuchen, das im Gespräch einzubringen, denn das ist definitiv ein Bedenken, welches ich als Arbeitgeber hätte, wenn ich eine zweifache Mutter vor mir sitzen habe.

    Ja, beim Erdbeerkuchen hat sich was getan! Nett, dass du fragst :) Ich mache eine Windbeuteltorte - sprich: Windbeutel werden in die Crememasse eingebettet und obendrauf gibt es eben Erdbeeren. Diese Variante stand auf der Liste noch vor der Parfait-Torte und hat uns allen so gut geschmeckt, dass wir wohl fündig geworden sind!

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