Dienstag, 8. Mai 2012

Bloggen von A bis Z - D wie Durchschlafen

Bevor ich Kinder hatte, schlief ich furchtbar gern. Und vor allem viel! Ich ging am Wochenende, wenn wir abends beispielsweise im Kino gewesen waren, gegen 23 Uhr ins Bett und befand mich 12 Stunden später immer noch dort. Ich hatte ja auch keinen Grund, aufzustehen. Es gab nur mich und meinen Mann und der war ebeso passionierter Gernschläfer wie ich. 
Dann kam der Große. In den ersten Monaten wurde er alle vier Stunden wach. Das war etwas ungewohnt, die Hebamme versicherte mir aber, dass das schon ein wirklich guter Rhythmus sei. 
Erst mit 15 Monaten schlief der Große durch. Er wurde zum Ende hin stündlich wach und ließ sich nur durch Schaukeln beruhigen. Ich kann mich an viele Nächte erinnern, in denen ich auf seinem Fußboden schlief, um gleich zur Stelle zu sein, wenn er aufwachte. Und dann, vom einen Tag auf den anderen war es plötzlich soweit: er schlief. Und bis heute ist es so geblieben. Sicher träumt er manchmal und weint oder ruft nach mir, aber zu 99 Prozent schläft er durch. 

Der Kleine war von Anfang an wilder. Schon im Krankenhaus gab's nachts nicht eine Stunde, in der mal Ruhe gewesen wäre. Nach vier Tagen kamen wir heim und da ging es genauso weiter. Ich versuchte alles: singen, stillen, schaukeln, streicheln. Das Kind schrie mehr, als das es schlief. Tagsüber das liebste Baby kam nachts das Monsterchen in ihm durch. 
Nun ist er neun Monate alt. Nachts wird er in guten Nächten dreimal wach, um zu stillen. In schlechten Nächten, die überwiegen, sind es um die sieben Mal. Ich bin ein Mensch, der nichts von Schlaftrainings hält, war immer der Meinung, jedes Kind schläft durch, wenn es so weit ist. Aber was, wenn nicht? Wenn er in einem Jahr noch nicht schlafen will? Ich gehe ja mittlerweile schon am Stock und bin die meiste Zeit furchtbar gereizt. Von den Konzentrationsproblemen mal abgesehen, da ich mich ständig verhasple oder auch verschreibe. 
An sich mag ich solche Jammerposts nicht. Aber als ich nach dieser wirklich miesen, durchwachten Nacht aus dem Bett kroch, konnte ich irgendwie nicht anders...

Kommentare:

  1. Alle Achtung, um welche Nachtzeiten Du schon am bloggen bis :)
    Ich kenn das ja nur zu gut. Wochenends bis 14 Uhr im Bett gelümmelt... heute ist 8 Uhr schon ausschlafen :) Wobei ich sagen muss, mein liebster Göttergatte und ich wechseln uns am Wochenende ab und an mal mit dem "Ausschlafen" ab, was dann aber allerhöchstens mal bis 10 Uhr heißt. Die Prioritäten ändern sich eben, gell?
    Mittlerweile bin ich auch so sehr daran gewöhnt, dass wenn ich später aufstehe das Gefühl hab, ich hätte den halben Tag verpasst.

    Liebste Grüße
    Mariana

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    1. "Mittlerweile bin ich auch so sehr daran gewöhnt, dass wenn ich später aufstehe das Gefühl hab, ich hätte den halben Tag verpasst. "

      Das unterschreibe ich so.
      Ist schon komisch aber wenn das Hummelkind mal bis 9 Uhr schläft (was sehr sehr selten vorkommt) läuft mir die Zeit davon^^

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    2. Das stimmt, Kinder geben einem so ein herrlich neues Zeitgefühl ;) Bei uns ist meist um 6 Uhr Schicht im Schacht und um 8 Uhr, wenn andere Leute aufstehen, habe ich uns drei schon angezogen, gesaugt, gefrühstückt und eine Wäsche gemacht. Hat auch seine Vorteile. Aber abends bin ich natürlich dann auch schneller k.o. ;)

      Liebe Grüße an euch beide!!

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  2. Oh je, dass ist anstrengend...
    Schlafmangel grrrr...
    versuchs doch echt mit dem Familienbett...
    Oder habt ihr schon eins?

    Grußi...

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    1. Ja, der Kleine schläft bei uns im Bett bzw. im Babybay auf meiner Seite. Finde das doch sehr praktisch, so muss ich wenigstens nicht aufstehen!

      LG

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  3. Oha du Arme!Ich kann dir das sehr gut nachempfinden.Unser Hummelkind war ein Schreibaby......Die schlimmste Nacht war,da war sie 4 Monate,als sie von 18.00 Uhr bis 4.00 Uhr morgens mit kurzen 10 min. Nickerchenpausen (in denen ich auch nicht in den Schlaf fand) durchschrie!
    Ich war am Ende,wäre am liebsten aus dem Fenster gesprungen!

    Auch so hat sie lange nicht durchgeschlafen bzw. mehrere Stunden am Stück!

    Schlafentzug ist Folter!
    Ich weiß was Du durchmachst und wünsch dir ganz viel Kraft und dass es bald besser wird!

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    1. Oh du Arme, ein Schreibaby :( woran lag es denn bei ihr, weißt du das? Oft hört man ja, dass manche Babys irgendetwas verklemmt hatten, was Blockaden verursacht hat, weswegen sie dann so geschrien haben..das glaube ich, das war bestimmt keine leichte Zeit!! Es geht einem ja auch selbst nahe, wenn die Kids schreien..finde das immer schlimm, wenn man schon alles versucht hat und man eigentlich nichts machen kann...

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    2. Bei ihr kam alles zusammen.Ich hatte eine versteckte Plazentainsuffizienz dadurch war sie Wachstumsretardiert aber zum Glück nicht unterversorgt!
      Sie kam mit 2270g und 47cm spontan auf die Welt,die Geburt war ziemlich schnell und da sie so klein war,musste sie auch kurz darauf auf die Frühchenstation ins Wärmebettchen.So hatten wir auch kein großartiges Bonding.Das stillen klappte nicht weil sie sich an der Brust nur blau schrie bis hin zu Atemaussetzer.
      In der Schwangerschaft hatte ich zudem sehr viel Stress durch meine Arbeit als Abteilungsleitung.Und sehr oft starke Zahnschmerzen und Wurzelentzündungen,dadurch natürlich auch Stress weil ich ein Zahnarztphobiker bin....

      Da kam eben alles zusammen :(
      Osteopathie hat nur leichte Linderungen bei den Koliken gebracht.

      Ich war froh dass Thomas die Ruhe in Person war in der Zeit.Er hat sie mir sofort nach der Arbeit abgenommen für einige Zeit (abends erreichten die Schreiphasen ihren Höhepunkt und extrem ging es täglich von ca. 18.00-23.00)
      So dass ich mal durchschnaufen konnte.

      Liebe Grüße

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    3. Oh ihr Armen!! Das ging ja wirklich schon in der Schwangerschaft los - ist klar, der Stress ist einfach nichts für's Baby. Und das mit dem Zahnarzt kann ich gut verstehen - ich hab' mich in der Schwangerschaft auch so gut es ging von ihm fern gehalten. Als Kind wurden mir vier Milchzähne gezogen, um die darunter liegenden Bleibenden gleich in Position zu bringen - vollkommen überflüssig, wie mein Zahnarzt, den ich danach hatte, meinte. Und die Schmerzen, die ich danach hatte, haben sich irgendwie eingebrannt...das ist mir geblieben.

      Wie lange ging das denn dann bei euch mit den Schreiphasen?
      Ja, in solchen Situationen ist es immer gut, wenn man nicht alleine ist und einem jemand hilft..ich wäre allein wohl auch schon oft verzweifelt, so weiß ich ja doch, abends ist mein Mann da und hilft mir ein bisschen. Man braucht doch einfach mal eine Pause...und vor allem bei einem Schreibaby sollte man die unbedingt haben, das geht sonst so an die Nieren...
      Ach, alles mistig, dass ihr so viel mitmachen musstet :(

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    4. Ja,mir hat auch mal einer versucht ohne Narkose einen Backenzahn zu ziehen da ging die Phobie schon los.Ohne Narkose bohren etc.....Aber bei heftigen Zahnschmerzen gerade bei Wurzelentzündungen,bin ich froh einen Zahnarzt zu sehen.....auch wenn die NAchfolgenden Behandlungen unangenehm und schmerzhaft sind.

      Der Höhepunkt war wie gesagt,jener Abend.
      Ab da wurde es dann weniger und als sie anfing zu krabbeln,mit etwas über 5 Monaten,da war es dann fast ganz vorbei.Sie hatte ja auch noch eine Laktoseunverträglichkeit,habe ich vergessen zu erwähnen,das hat sich aber zum Glück verwachsen bei ihr.
      Meine "Schwiegermutter" hat sie mir auch einmal die Woche einen Nachmittag abgenommen so dass ich etwas Schlaf nachholen oder die Wohnung putzen konnte,das tat richtig gut obwohl ich die Maus gleich nach dem abliefern vermisst habe und am liebsten wieder geholt hätte^^
      Ganz ehrlich,man kommt da schon auf die komischsten Gedanken.Vor allem weil man als Mutter das eigene Kind nicht beruhigen kann (ich wusste ja dass ich nicht daran Schuld bin aber die Gedanken hat man ja trotzdem)

      Jetzt denk ich mir,es hätte auch noch schlimmer ommen können also seien wir dankbar dass es so war und das Kind gesund ist :)

      Liebe Grüße

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