Donnerstag, 31. Mai 2012

Bloggen von A bis Z - W wie Wehen

Ehe ich mein erstes Kind bekam, saß ich am Wehenschreiber in der Arztpraxis. 
"Haben Sie noch irgendwelche Fragen?", fragte man mich.
"Wie weh tun Wehen?", fragte ich.
"Sehr weh."

Diese Aussage beruhigte mich nicht sehr. Schmerzen gehören zum Leben und natürlich zum Entbinden dazu, aber gern habe ich sie deshalb trotzdem nicht. Doch ich war naiv. Ich hatte diese Schmerzen ja noch nie erlebt. Also setzte ich mich in einen ganzheitlichen Geburtsvorbereitungskurs wo mir die (selbst kinderlose) Hebamme erzählte, wie ich mit den Wehen umgehen könne, um sie erträglicher zu machen. Währenddessen zeigte uns die (ebenfalls kinderlose) Hebammenschülerin, wie wir die Wehen veratmen sollten. Denn mit Atmung könne man eine Menge erreichen!
Es kam der Tag, an dem wir mit Wehen ins Krankenhaus fuhren. Und die taten schon ziemlich weh. Jede Wehe bringt dich deinem Kind näher, versuchte ich zu denken, während ich mich krümmte. So, wie man es uns in diesem Kurs beigebracht hatte. 
Nun, der Große steckte fest. Wir brauchten eine Saugglocke, um ihn irgendwie ans Tageslicht zu zerren. Danach lag ich wochenlang flach, weil ich eine schlechte Wundheilung hatte.
Aber was soll's, sagte ich mir. Beim ersten Kind tun sich viele Frauen schwer! Nur nicht den Mut verlieren. Ich wollte doch immer mehrere Kinder und beim nächsten Kind geht's bestimmt leichter!
Beim Kleinen wurde eingeleitet. Ich bekam erst Tabletten und später zur Unterstützung einen Wehentropf. Damit kamen die Wehen von 0 auf 100. Aber sie brachten nichts. Sie erschöpften mich nur unglaublich. Und wieder hatte ich einen Kurs besucht, der mir erzählt hatte, ich solle in jeder Wehe etwas positives sehen. Nach jeder Wehe lächeln und mich freuen, wenn sie schön gewesen war. 
So ein Scheiss!!!
Nach vier Stunden Wehen im Minutentakt sagte man mir, dass sich nichts, nicht das kleinste bisschen getan hätte. Und ich nun einen Kaiserschnitt bräuchte, weil die Herztöne vom Kleinen langsam bedenklich würden. Willenlos unterschrieb ich die Einwilligung, auch wenn sich damit für mich das Horrorszenario erfüllte. Das wichtigste war und ist, dass es dem Kleinen gut geht!

Trotzdem würde ich die Geburten der Kids zu den schönsten Momenten meines Lebens zählen. Nicht wegen der Schmerzen, sondern wegen des Ergebnisses. Denn dafür hat sich jedes bisschen Schmerz mehr als gelohnt! 

Kommentare:

  1. Den letzten Absatz unterschreibe ich so :)

    Ich kam zum Glück gut mit den Wehen zurecht und hatte eine schnelle und tolle Geburt.
    Wenn ich mir da vorstelle dass manche Frauen bis zu 40 Stunden in den Wehen liegen O_o

    Kaiserschnitt wa und ist für mich auch ein "Horrorszenario" wenn es nicht wirklich unbedingt sein müsste,würde ich niemals einen wollen!

    Liebe Grüße <3

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  2. Jaja die lieben Wehen ... meine Mutter war mit mir im Kreissaal und ja es war wie in einer reality Show sie schrie immer nur : ES WIRD NOCH SCHLIMMER
    hahaha ja die Geburt ist was tolles ich hatte nie durch meine Arbeit einen Vorbereitungskurs machen können aber um erlich zusein ich hätte ihn auch nicht gebraucht da die Hebame die mich im KH unterstütze echt der Hammer ... Ich hatte circa 5 std wehen und war erst 2 einhalb stunden vor der Geburt im Krankenhaus wobei ich da schon alle 3 minuten wehen hatte aber das schönste war meine süße das erste mal auf den arm zu halten und sie hat mich in der art wie "oh gott wer ist die verstrubbelte frau denn" angeschaut :D

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    1. Meine beiden haben erst mal geschlafen. Die haben sich für mich gar nicht weiter interessiert ;) ich habe noch überwältigt irgendwas a la "hallooo!" gestammelt und konnte mich gar nicht an diesen wunderbaren, kleinen Wesen satt sehen. Einfach ein toller Moment irgendwie, den ich nicht mehr missen wollen würde.

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