Samstag, 19. Mai 2012

Statusmeldung

Ich unterbreche meine Reihe mit dem Alphabet an dieser Stelle, um mich aus dem Kurzurlaub zurück zu melden. Ja, es war schön! Auf der Hinfahrt hat der Kleine geschlafen, der Große aus dem Fenster geschaut und ich durfte sogar vorne sitzen. Mein Mann hat - falls nötig - das Baby  bespaßt und die Oma den Großen. Ich habe mich mit meinem Schwiegervater unterhalten und die Landschaft bewundert. 
Der Verwandtenbesuch selber lief auch relativ ruhig ab. Es war ein Geburtstag, also gab es Kaffee und Kuchen und abends noch kalt/warmes Büffet. Eine andere Familie mit zwei Kindern war eingeladen, deren jüngerer Sohn so alt war wie unser Großer. In meiner Vorstellung haben die Kids toll miteinander gespielt, nur leider wollte das andere Kind das nicht. Selbst als meine Schwiegermutter sich zu ihm setzen wollte, hat er gefragt, was sie will und dass sie seine Spielsachen nicht haben darf. Nun! Dann natürlich nicht, wenn er das gar nicht will. 
Im Zoo waren wir auch noch. Mir hat es wie üblich besser gefallen als den Kindern. Während ich jedes Tierchen liebevollst fotografiert habe, sind die anderen immer hinter mir gelatscht und haben gelegentlich gesagt: "Mia! Da hast du noch ein Tierchen übersehen!" Was ich dann natürlich sofort noch nachträglich geknipst habe. 
Die Rückfahrt heute eher unruhig. Dem Baby hat's in der Babyschale nicht mehr gefallen und der Große wollte keinen Mittagsschlaf machen. Da ziehen sich viereinhalb Stunden Fahrt dann schon extrem. Aber jetzt sind wir erst mal wieder hier und fahren so schnell auch keine weite Strecke mehr weg. 
Sehr positiv überrascht war ich von meinem Schwager und seiner Freundin. Mein Mann und sein Bruder mögen sich nicht und so werde auch ich - quasi aus Solidarität - von meinem Schwager seit sechs Jahren mehr oder weniger ignoriert. Seit einem Jahr hat er eine sehr nette Freundin. Zu dritt haben wir uns oft nett unterhalten, da ist mein Schwager direkt aufgetaut. Aber kaum, dass mein Mann sich genähert hat, war wieder Stille am Tisch. 
So, mehr gibt's eigentlich nicht zu berichten. Wir werden nun noch einkaufen gehen und uns dann abends, wenn die Kinder im Bett sind, vor dem Fernseher häuslich einrichten. Die ganze Welt spricht über das Fußballspiel heute Abend, das lassen wir uns nicht entgehen ;)

Kommentare:

  1. "... Zu dritt haben wir uns oft nett unterhalten, da ist mein Schwager direkt aufgetaut. Aber kaum, dass mein Mann sich genähert hat, war wieder Stille am Tisch. "

    Ist doch prima, dann hat er schon mal nichts gegen Dich. Woher auch, wenn man 6 Jahre lang nicht miteinander gesprochen hat.
    Aber sonderlich einfühlsam ist Dein Mann anscheinend nicht. Wenn ich weiß, dass das Verhältnis zu meinem Bruder nicht gut ist und ich sehe, dass meine Frau sich mit ihm nett unterhält, dann stelle ich mich doch nicht dazu und würge das Gespräch damit ab. :-/

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    1. Ich denke, das Problem ist, dass mein Mann generell ein recht stiller, ruhiger Typ ist, der eher schlecht auf Menschen zugehen kann. Bei solchen Verwandtschaftsbesuchen hält er sich dann meistens an mich, denn bei mir fällt ihm das Reden nicht schwer. Wenn ich dann nicht in seiner Nähe bin, wird er ganz nervös und sucht mich. Und so stellt er sich dann natürlich wieder neben mich - unabhängig davon, wer sich gerade mit mir unterhält.

      Aber ich finde es auch schön, dass man sich endlich mal besser kennen lernt. Ich habe gegen ihn als Person ja nichts, ich kenne ihn nur nicht besonders gut. Aber vielleicht ändert sich das ja nun!

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    2. Kenne diese Art Mann, war selbst so einer:) Doch nichts ist für ewig und nur weil man 'erwachsen' ist, ist das Lernen nicht vorbei.

      Ich war damals faul, faul mir die Mühe zu machen mich mit meinen Mitmenschen zu beschäftigen. Klar, wenn man dann auf diese trifft hat man sich nichts zu erzählen, was auch?

      Meine Frau sagte damals dann, in Anlehnung an die Jod S11 Körnchen aus dem Vogelfutter, ich hätte heute wieder keine Sprechperlen bekommen:)
      Hat mich dann auch geneckt mit:"Hansi, sag mal 'Piep'"
      Ich antwortete, Du ahnst es, mit: "Piep"

      Es ist dann natürlich einfacher sich an die Frau zu heften, die den Zugang (meist) schneller findet.
      Aber das kann es doch nicht sein oder?

      Außerdem wird ja nicht die gesamte Verwandtschaft so furchtbar sein, dass es da nicht wenigstens ein oder zwei Personen gibt mit denen er auch gemeinsame Themen hat?

      Nicht nur, dass Du Deinen Schwager nicht kennst, er kann sich ja auch in den zurückliegenden Jahren verändert haben, so wie sich jeder von uns irgendwie im Laufe der Jahre ändert.
      Schriebst ja er ist aufgetaut.

      Wenn Dein Mann nie mit ihm spricht, wird er dies auch nie herausfinden.

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    3. Oh, das ist irgendwie schön, die Situation mal aus Sicht des betroffenen Mannes zu lesen. Und vor allem zu wissen, dass es anderen genauso geht ;)

      Ja, der Rest der Verwandtschaft ist wirklich nicht unnett - er hat gesagt, er hat diese Leute nur eben seit Jahren nicht gesehen oder gesprochen und weiß dann nicht, was er mit ihnen reden soll. Gut, ich wäre dann so, dass mir sehr viel einfallen würde - es hat sich in den Jahren ja doch einiges verändert. Da gäbe es eigentlich Themen genug. Ich kannte die meisten ehrlich gesagt auch noch nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden - aber das ist eben MEINE Einstellung. Nicht jeder geht so offen auf andere Leute zu.

      Das mit deiner Frau finde ich nett ;) Sprechperlen wären vielleicht bei uns manchmal auch eine gute Idee.

      Ja, ich werde auf jeden Fall mal im Auge behalten, wie sich die Situation mit meinem Schwager entwickelt - im Sommer sehen wir uns das nächste Mal, da besucht er mit seiner Freundin seine Eltern für ein paar Tage. Seine Freundin und ich haben uns schon ein Treffen ausgemacht. Aber für die beiden Brüder sehe ich schwarz...sie sagen beide unabhängig voneinander, dass sie keinen Kontakt zueinander wünschen. Sie sind zufrieden, so, wie es ist. Da werden auch wir Frauen nichts daran ändern - auch wenn mehr Kontakt da ist.

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  2. Hehe, richtig vermutet.

    " ... Und vor allem zu wissen, dass es anderen genauso geht ;)"

    Kleiner, aber feiner Unterschied, bei mir ist es Vergangenheit.

    Na ja, ist halt so, dass man mit Smalltalk anfangen und zuhören muss, um zu erkennen welche gemeinsamen Themen sich ergeben könnten. Da solltest Du Deinen Mann nicht aus der Pflicht entlassen oder willst Du immer sein Türöffner sein?

    Ich sage es mal mit einem Auszug aus "Die Geschichten vom Herrn Keuner" (Bertolt Brecht):
    ... "Wer nicht alles kann", sagte er, "dem soll man nicht das wenigere erlassen."

    http://www.susannealbers.de/03philosophie-literatur-Brecht1.html

    Ich drehe die Situation mal um, wenn meine Frau mich bei interessanten Unterhaltungen störte, gäbe es nach dem Treffen einen freundlichen, aber bestimmten Hinweis. Kommt aber nicht vor, da wir uns mit Blicken verständigen können.

    "nicht unnett" ist ausreichend, auch wenn er nervös wird. Da muss er aus meiner Sicht durch. Ihm zu signalisieren, dass er sich gefälligst selbst bemühen soll ist völlig okay.
    Oder?

    "Seine Freundin und ich haben uns schon ein Treffen ausgemacht."
    Wäre nicht das erste mal, das Frau kitten, was Kerle nicht voreinander kriegen. Weiß ja nicht wie Du mit Deinem Mann umgehst, aber mir half damals die deutliche Rückmeldung meiner Frau. Autsch, tat weh -war aber gut.

    Auch wenn ich keinen Kontakt zu jemandem wünsche, sollte es möglich sein auf einer Feier ein gewisses Mindestmaß an Umgang miteinander zu pflegen.
    Heißt für mich: Komme ich zu einem Gespräch hinzu, höre ich etwas zu, um das Thema zu erfassen. Dann beteilige ich mich am Gespräch. Kann oder will ich dies nicht, geselle ich mich nicht zu dieser Gruppe, um sie nicht zu stören oder entferne mich wenigstens nach einiger Zeit wieder.

    Treffen im Sommer?! Ist doch gut, bis dahin ist ja genügend Vorbereitungszeit für Deinen Mann :)

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    1. Ich finde, du hast da genau die richtige Einstellung. Ich bin auch eher ein tastender Mensch, höre jemandem eine Weile zu, dann merkt man ja, ob sich Gemeinsamkeiten ergeben. Und selbst wenn es Gegensätze sind - solche Unterhaltungen können genauso interessant oder bereichernd sein.
      Ich habe es ihm diesmal nachher auch gesagt - er ist ein erwachsener Mann und muss sich hinter mir nicht verstecken. Aus seiner Sicht war es so, dass er sich zu uns stellen wollte, um sich am Gespräch zu beteiligen - aber dann hat sein Bruder sich sofort abgewandt und dadurch ist das Gespräch dann eingeschlafen. Schwer zu sagen, wie es nun wirklich war, denn ich habe mich ja gerade unterhalten und nicht speziell auf meinen Mann oder seinen Bruder geachtet.

      Ja, auf den Sommer werde ich ihn gründlich vorbereiten. Allein schon der Kinder wegen - mein Großer mag seinen Onkel und dessen Freundin sehr gerne. Und beide spielen viel mit ihm oder beschäftigen sich eben mit ihm, wenn sie hier sind. Da wäre es natürlich schön, wenn es bei den Erwachsenen auch besser klappen würde.

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